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Impulse der Family-Feministin Monika Kryger, wenn du als Mama mal wieder die Verbindung zu dir verloren hast und darunter leidest..

 

[…] Was ist nur los mit mir? Was stimmt nicht mit mir? Bin ich überhaupt belastbar genug, ausreichend kompetentes Mutter-Material? Schon wieder diese Fragen. Sie nerven mich. Ich nerve mich selbst.
Als die drei heute Nachmittag vom Spielplatz nach Hause kamen, die Gummistiefel nass und sandig vom Fuß kickten (wir haben gestern erst gesaugt…), sprach der genervte Blick von Fabian Bände. Levi rannte mir in die Beine, ich schaute auf die klebrigen Silberstreifen auf meiner Hose und wusste Bescheid: Er ist wieder verrotzt. Und wenn er verrotzt ist, schläft er schlecht, wenn er schlecht schläft, ist er leidig und wenn er leidig ist, protestiert er bei allem, blablabla. Ich habe keine Kraft für sowas. Ich friere. Diese verdammte Wohnung wird jetzt wieder kalt. Schlechte, alte Isolierung. Es war auch ekelhaft heiß hier drin diesen Sommer. Ich wünschte, es wäre immer Frühling.

Und dabei mag ich die kalte Jahreszeit eigentlich. Sehr sogar. Ich mag die Farben der fallenden Blätter, die kühle, frische Luft, die wieder aufwachende Lust auf Tee, Kerzen und Linseneintöpfe – diese nach Innen gerichtete Gemütlichkeit, die kuschelige Wollsockenzeit.
Trotzdem gerate ich jetzt wieder in diesen Zustand, den ich hasse. Fühle mich wie eine herum wuselnde, Sand- und Krümel kehrende, Windeln wechselnde, gereizte, meckernde Hülle meiner selbst. Erkenne mich kaum, wenn ich in den Spiegel schaue. Total absurd. Ich sehe nur meine harten Züge im Gesicht, diese erschreckende Leere in den Augen. Keine Lebendigkeit, keine Liebe. Ich muss weinen, während ich das schreibe. Egal. […]

Das war ein leicht bearbeiteter Tagebucheintrag, den ich kürzlich geschrieben habe. Es gibt recht viele dieser Einträge, die alle mehr oder weniger das Selbe aussagen: Ich habe mal wieder die Verbindung zu mir verloren und leide darunter. Kennst du das?

 

Warum “verlieren” wir Mamas uns so häufig?

Ich muss noch so vieles lernen, bin ich doch erst seit vier Jahren im Mama-Business unterwegs. Aber Eines habe ich mittlerweile begriffen: Mutter zu sein bedeutet ab dem ersten Tag der Schwangerschaft, die eigene Mitte herzugeben. Erst tatsächlich, biologisch für das Fötus-Hotel und später dann im übertragenen Sinne: der unsichtbare Sog, der alle Energie und Aufmerksamkeit weg von mir saugt und in Richtung Kinder und Familie lenkt. Und deshalb muss ich versuchen, immer und immer wieder zu dieser Mitte zurück zu finden. Denn nur hier kann ich jene Kraft und Liebe tanken, die ich meiner Familie ja auch geben möchte. Ich habe aber auch schon lernen müssen: es ist leichter begriffen als umgesetzt, das mit der magischen Selbstfürsorge.

Es lebt nämlich auch noch in mir: das alte, hartnäckige Ideal der sich aufopfernden, omnipräsenten, vor natürlicher Zuwendung platzenden Super-Mama. Der sicherste Hafen, das große Herz einer jeden Familie, das immer tapfer schlägt und alle versorgt. IMMER. Nur Rabenmütter weichen davon ab, sind egoistisch und undankbar. Mittlerweile weiß ich zwar, dass diese Bilder einseitig, überholt und patriarchal sind, oft nicht vereinbar mit dem Alltag der meisten modernen Familien aber: sie wirken immer noch. Auf jeden Fall in mir. Und der unbewusste Drang dem Ideal zu entsprechen führt dazu, dass ich meine Bedürfnisse chronisch vernachlässige und mich allmählich von mir selbst entfremde. Es ist einfach eine Rechnung, die nicht aufgeht.

 

Die Lücke zwischen Wissen und Tun

Es gibt viele Methoden, um zu regenerieren, wieder zurück zu uns selbst zu finden – wir können spazieren gehen im Wald, Yoga machen, ein inspirierendes Buch lesen, baden, mit einer gut zuhörenden Person Café trinken, meditieren, joggen, eigene Projekte angehen, alleine verreisen, schreiben… Für jeden Geschmack ist etwas dabei im Werkzeugkoffer der Selbstfürsorge und meistens wissen wir auch, was uns gut tun würde. Betonung auf würde meint: Wir wissen es aber machen diese Dinge dann doch nicht oder viel zu selten. Das Super-Mama-Ideal und die damit verbundenen Schuldgefühle bremsen uns aus. Das Tragische daran ist, dass genau das am Ende verhindert, dass wir eine echte Super-Mama sein können – gesund, kraftvoll, liebevoll und ein Vorbild für unsere Kinder, denen wir ja wünschen, dass sie sich selbst ernst nehmen, sich abgrenzen können und für sich sorgen. Es ist wichtig, uns bewusst zu machen, dass unsere “Schuld” uralt und kulturell verankert ist. Es geht also nicht auf Knopfdruck, jetzt einfach mal mehr loszulassen, die Ansprüche herunter zu schrauben, denn:

 

Funktionierende Selbstfürsorge braucht Empowerment

Empowern heißt ermächtigen und unterstützen. Und darum dreht sich meine Arbeit. Hier erlebe ich, wie es fast hörbar “Klick” macht, wenn Mamas zum ersten Mal erkennen, was sie daran hindert, gut zu sich zu sein. Wenn sie sich bewusst machen, welche alten, mächtigen Mechanismen da am Werke sind. Wenn sie z.B. in einem Mama-Workshop zum ersten Mal hören und auch fühlen “Du darfst das! Es ist sogar wichtig, dass du das machst! Es ist okay und super hilfreich, dich dabei streckenweise an die Hand nehmen und motivieren zu lassen!” Das Magische ist, dass die Schuld sofort an Gewicht verliert, wenn Frau begreift, dass sie nicht alleine mit ihrer Überforderung ist, dass es nicht an ihr und ihrer Unfähigkeit liegt, sondern an realen, gesellschaftlichen Problemen. Es kann so befreiend sein, zu begreifen “Es muss sich nicht so anfühlen! Ich darf gesund und erfüllt von mir Selbst sein – auch als Mama!” Das ist der Anfang eines Prozesses, der seine Zeit braucht und das ganze Familiensystem involviert.

Mit meinem Herzens-Projekt Schreibimpulse unterstütze und begleite ich Mütter bei diesem Prozess und der Suche nach dem eigenen, wahrhaftigen Mama-Weg. Per Email erhalten sie inspirierende Schreibimpulse und achtsame Rückmeldungen auf ihre Texte. Gemütlich von zu Hause aus, ohne Termin-Stress. Super für Mamas, die noch stillen, betreuen oder im Wochenbett sind. Isoliert und maximal gefordert, drohen besonders die frisch gebackenen Mamas, den Kontakt zu sich zu verlieren – alle Energie und Aufmerksamkeit allein ihrem Baby und zu schenken, obwohl sie selbst noch so bedürftig sind. Ein Muster, das sich dann leider oft fortsetzt. Auch später, wenn die Kinder größer sind, erweist sich diese Art des Schriftwechsels als eine große Kraftquelle – ein Weg zurück zur eigenen Mitte.

 

Es ist Zeit, dass wir etwas verändern

Regelmäßig gut für uns zu sorgen ist nicht leicht, braucht Empowerment und kann einer kleinen Revolution innerhalb der Familie gleichen. Aber es lohnt sich, denn ich bin überzeugt: Jede Mama, die für sich und ihre Bedürfnisse einsteht und sich traut, ihr eigenes Ding zu machen, hilft damit nicht nur sich selbst. Sie zeigt allen in ihrer Familie und ihrem Umfeld, was es braucht, um (sich selbst) zu respektieren und zu lieben. Damit trägt sie langfristig auch auf gesellschaftlicher Ebene zur Veränderung veralteter, ungesunder und unfairer Rollenverhältnisse bei.

We Can Do It

 

 

Monika Kryger

Ein paar Worte zu mir:
Ich bin Family-Feministin und habe dieses Wort selbst erfunden ;-)!
Ich halte es dabei ganz mit Chimamanda Ngozi Adichie und sage: “We all should be feminists”, denn wir alle verdienen eine faire und menschliche Gesellschaft, die jeder und jedem Raum für alle wundervollen Facetten des Seins bietet.
Als verheiratete Zweifach-Mama möchte ich perspektivisch also Mamas und Papas dabei unterstützen, sich ihr eigenes, leckeres, gesundes Familien-Süppchen zu kochen, das auch wirklich allen Mitgliedern schmeckt. Für den Anfang empowere ich mit großer Freude schon mal die Mütter in meinen Workshops und meinem Projekt Schreibimpulse.
Von “Haus aus” bin ich Psychologin, Sportwissenschaftlerin und Bewegungstherapeutin. Meine große Leidenschaft allerdings ist das Schreiben. Dieses fantastische Werkzeug nutze ich auf meinem Blog und in meiner Arbeit auf vielfältige Weise: Ich fördere damit Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung, kultiviere achtsames Lesen und Zuhören und erzähle authentische Menschen-Geschichten.

Bis meine neue Homepage fertig ist kannst du auf www.basic-by-nature.de mehr über mich, meine Angebote und aktuelle Termine erfahren oder mich auch gerne anschreiben über: schreibimpulse@mailbox.org oder mama-retreats@mailbox.org (für die Workshops)

Ich freue mich auf dich!